Gjirokastra bis Sarandë: 5-Tage-Route durch Südalbanien

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Gjirokastra bis Sarandë: 5-Tage-Route durch Südalbanien
Gjirokastra bis Sarandë: 5-Tage-Route durch Südalbanien
Photo by Maria Borisenko on Pexels

Wenn du glaubst, Albanien hättest du schon gesehen, weil du eine Woche an der Küste bei Vlora verbracht hast, dann warte, bis du den tiefen Süden erkundest. Zwischen den steilen Gassen von Gjirokastra und den türkisen Buchten von Sarandë liegt eine Region, die osmanische Geschichte, wilde Berglandschaften und mediterranes Küstenleben auf engstem Raum vereint.

Diese Fünf-Tage-Route ist wie gemacht für alle, die abseits der Massen unterwegs sein möchten, aber trotzdem nicht auf spektakuläre Aussichten und gutes Essen verzichten wollen. Du fährst durch Olivenhaine, überquerst Pässe mit Panoramablick und tauchst am Ende in kristallklares Wasser, das eher an die Karibik als an den Balkan erinnert.

Ob mit dem Mietwagen, per Bus oder als Kombination aus beidem – wir zeigen dir Tag für Tag, wo du übernachten, essen und die besten Fotospots finden kannst. Pack deine Kamera ein, denn dieser Teil Albaniens ist gnadenlos fotogen.

Key Takeaways

RouteGjirokastra – Blue Eye – Sarandë – Butrint – Ksamil – Lëkurësi
Beste ReisezeitMai, Juni und September für angenehme Temperaturen
FortbewegungMietwagen empfohlen, Busse als Alternative möglich
Budget pro TagCa. 40 bis 70 Euro inklusive Unterkunft und Essen
HighlightTürkisblaues Wasser der Blue Eye Quelle und Butrints Ruinen

Tag 1: Gjirokastra – Die steinerne Stadt zum Auftakt

Tag 1: Gjirokastra – Die steinerne Stadt zum Auftakt
Photo by Jocelyn Erskine-Kellie on Pexels

Deine Reise beginnt in Gjirokastra, einer der eindrucksvollsten Städte Albaniens und UNESCO-Weltkulturerbe. Die charakteristischen Steinhäuser mit ihren schindelbedeckten Dächern klettern die Hänge hinauf und verleihen der Stadt ihren Beinamen "Stadt aus Stein". Nimm dir für den ersten Tag Zeit, um durch das osmanische Bazarviertel zu bummeln.

Die imposante Burg von Gjirokastra thront über der Altstadt und beherbergt heute ein Waffenmuseum sowie einen alten amerikanischen Spionageflugzeugrumpf, der während der kommunistischen Ära ausgestellt wurde. Der Blick von den Zinnen über die Dächer und das Drino-Tal ist einer der schönsten in ganz Südalbanien.

Am Nachmittag lohnt sich ein Abstecher zum Geburtshaus von Enver Hoxha, das heute ein ethnografisches Museum beherbergt und einen guten Einblick in das traditionelle Wohnen der wohlhabenden Familien der Stadt gibt.

  • Übernachte in einem restaurierten Steinhaus in der Altstadt
  • Probiere Qifqi, die typischen Reisbällchen aus Gjirokastra
  • Besuche den überdachten Bazar mit lokalem Kunsthandwerk
  • Genieße den Sonnenuntergang von der Burgmauer aus

Reserviere ein Guesthouse mit Terrasse in der Oberstadt – die Aussicht beim Frühstück ist unbezahlbar und die Preise sind trotzdem sehr moderat.

Tag 2: Über den Muzina-Pass zum Blue Eye

Tag 2: Über den Muzina-Pass zum Blue Eye
Photo by Salih Zeqiri on Pexels

Am zweiten Tag verlässt du Gjirokastra und fährst über den kurvenreichen Muzina-Pass Richtung Küste. Die Straße schlängelt sich durch dichte Wälder und bietet immer wieder Ausblicke auf die umliegenden Berge des Mali i Gjerë. Plane für diese Fahrt genügend Zeit ein, denn die Strecke ist zwar kurz, aber kurvig.

Dein wichtigster Zwischenstopp ist die Blue Eye Quelle, eine der beeindruckendsten Naturquellen Albaniens. Aus einer scheinbar bodenlosen Tiefe schießt kristallklares, intensiv blaues Wasser hervor. Ein Holzsteg führt direkt an die Quelle heran, sodass du das Naturschauspiel aus nächster Nähe bewundern kannst.

Von dort geht es weiter nach Sarandë, wo du am späten Nachmittag ankommst. Die Stadt am Ionischen Meer wird dein Basislager für die nächsten drei Nächte. Nutze den Abend, um die Uferpromenade zu erkunden und in einem der zahlreichen Fischrestaurants einzukehren.

  • Plane etwa zwei Stunden Fahrzeit von Gjirokastra bis zur Quelle ein
  • Trage feste Schuhe, der Boden am Steg kann rutschig sein
  • Bade nicht direkt in der Quelle, das Wasser ist eiskalt und die Strömung stark
  • Probiere frischen Fisch am Abend in Sarandë

Besuche das Blue Eye früh am Vormittag, bevor die Reisebusse aus den Küstenorten ankommen. So hast du den Steg fast für dich allein.

Tag 3: Sarandë erkunden und die Festung Lëkurësi

Tag 3: Sarandë erkunden und die Festung Lëkurësi
Photo by Andreas Ebner on Pexels

Widme den dritten Tag ganz Sarandë selbst. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren zu einem lebendigen Küstenort mit Strandpromenade, Cafés und einer entspannten mediterranen Atmosphäre entwickelt. Ein Spaziergang entlang der Bucht am frühen Morgen, wenn die Fischerboote noch draußen sind, gehört zu den schönsten Momenten der Reise.

Oberhalb der Stadt liegt die Festung Lëkurësi, die du am besten mit dem Taxi oder zu Fuß über einen steilen Pfad erreichst. Der Panoramablick über die gesamte Bucht von Sarandë bis hinüber zur griechischen Insel Korfu ist spektakulär und besonders zum Sonnenuntergang ein Muss.

Am Nachmittag kannst du entweder am Stadtstrand entspannen oder eine kurze Bootstour entlang der Küste unternehmen. Viele lokale Anbieter bieten günstige Ausflüge zu versteckten Buchten an, die mit dem Auto nicht erreichbar sind.

  • Frühstücke mit Meerblick in einem der Cafés an der Promenade
  • Besichtige die Festung Lëkurësi zum Sonnenuntergang
  • Miete ein Kajak oder buche eine kleine Bootstour
  • Probiere gegrillten Tintenfisch in einer Taverne am Hafen

In Sarandë lohnt es sich, ein Restaurant außerhalb der direkten Promenade zu suchen – dort sind die Preise oft deutlich niedriger und das Essen genauso frisch.

Tag 4: Butrint Nationalpark und Ksamil

Tag 4: Butrint Nationalpark und Ksamil
Photo by G Cicconeto on Pexels

Am vierten Tag stehen zwei der wichtigsten Attraktionen Südalbaniens auf dem Programm. Zunächst fährst du etwa zwanzig Minuten südlich von Sarandë zum Butrint Nationalpark, einer archäologischen Stätte, die griechische, römische, byzantinische und venezianische Spuren in einer einzigartigen Lagunenlandschaft vereint.

Nimm dir mindestens zwei Stunden Zeit, um durch das Amphitheater, die Basilika und die Stadtmauern zu wandern. Der angrenzende Nationalpark mit seinen Feuchtgebieten ist zudem ein wichtiger Lebensraum für Zugvögel und bietet ruhige Naturmomente zwischen den antiken Ruinen.

Am Nachmittag geht es weiter nach Ksamil, dessen kleine Inseln vor der Küste zu den meistfotografierten Orten Albaniens gehören. Das seichte, türkisfarbene Wasser lädt zum Schwimmen ein, und mit einem kleinen Boot erreichst du die vorgelagerten Inselchen in wenigen Minuten.

  • Kaufe das Kombiticket für Butrint direkt am Eingang
  • Bringe Sonnenschutz mit, es gibt kaum Schatten auf dem Gelände
  • Buche in Ksamil ein kleines Boot zu den Inseln für wenig Geld
  • Reserviere einen Liegestuhl früh am Morgen, besonders im Hochsommer

Besuche Ksamil außerhalb der Hauptsaison im Juli und August, wenn möglich. Im Mai, Juni oder September hast du die Strände deutlich für dich allein.

Tag 5: Die Riviera Richtung Himara erkunden

Tag 5: Die Riviera Richtung Himara erkunden
Photo by Salih Zeqiri on Pexels

Für deinen letzten Tag empfehlen wir eine Fahrt entlang der albanischen Riviera in Richtung Himara. Die Küstenstraße von Sarandë aus zählt zu den schönsten Panoramastrecken des Landes, mit Blick auf schroffe Klippen und versteckte Buchten wie Gjipe oder Jale.

Unterwegs lohnt sich ein Stopp im kleinen Fischerdorf Himara, das trotz seiner wachsenden Beliebtheit noch einen authentischen Charme bewahrt hat. Von hier aus hast du die Wahl, entweder direkt an den Strand zu gehen oder in den Bergen oberhalb des Ortes die Ruinen der alten Burg zu erkunden.

Je nach Abreisezeitpunkt kannst du am Abend nach Sarandë zurückkehren oder deine Reise direkt Richtung Norden fortsetzen. Diese letzte Etappe rundet die Route perfekt ab und zeigt dir, wie vielseitig die Küstenlinie des tiefen Südens tatsächlich ist.

  • Plane für die Küstenstraße ausreichend Pufferzeit für Fotostopps ein
  • Besuche die Bucht von Jale für ein ruhigeres Badeerlebnis
  • Probiere lokalen Ziegenkäse in einer der Tavernen entlang der Straße
  • Fülle rechtzeitig den Tank, Tankstellen sind auf dieser Strecke selten

Die Straße nach Himara hat viele engen Kurven ohne Leitplanken. Fahre entspannt und plane die Strecke besser tagsüber als in der Dämmerung.

Praktische Tipps für deine Route durch den Süden

Praktische Tipps für deine Route durch den Süden
Photo by Ingo Joseph on Pexels

Für diese Route eignet sich ein Mietwagen am besten, da viele der schönsten Orte wie das Blue Eye oder die Buchten der Riviera nur eingeschränkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Achte darauf, einen Wagen mit guter Bodenfreiheit zu wählen, da einige Nebenstraßen unbefestigt sind.

Wer lieber ohne eigenes Auto reist, findet zwischen Gjirokastra und Sarandë regelmäßige Minibusverbindungen, sogenannte Furgons. Diese sind günstig, fahren aber nicht immer nach festem Fahrplan und erfordern etwas Geduld und Flexibilität.

Buche Unterkünfte in der Hauptsaison mindestens zwei bis drei Wochen im Voraus, besonders in Ksamil und Sarandë. In der Nebensaison findest du dagegen spontan gute Angebote und kannst oft noch verhandeln.

  • Miete das Auto am besten in Tirana oder direkt in Gjirokastra
  • Nutze bargeldloses Zahlen nur in größeren Städten, sonst Bargeld mitführen
  • Packe leichte Wanderschuhe für Burgbesichtigungen und Naturpfade ein
  • Rechne mit heißen Temperaturen von Juni bis August, viel Wasser trinken

Lade dir eine offline Kartenanwendung herunter, da die Mobilfunkabdeckung in den Bergpässen zwischen Gjirokastra und der Küste stellenweise lückenhaft ist.

Fortbewegung im Vergleich: Mietwagen, Furgon und organisierte Tour

OptionFlexibilitätKosten pro TagIdeal für
MietwagenSehr hoch25 bis 40 EuroIndividualreisende mit eigenem Zeitplan
Furgon (Minibus)Gering bis mittel3 bis 8 Euro pro StreckeBudgetreisende ohne Fahrerfahrung
Taxi zwischen OrtenMittel15 bis 30 Euro pro StreckeKurze Distanzen und Gruppen
Organisierte TagestourGering20 bis 45 EuroReisende ohne Zeit für Planung
Fahrrad oder RollerHoch, aber wetterabhängig10 bis 20 EuroAbenteuerlustige mit guter Kondition

Frequently Asked Questions

Wie viele Tage sollte ich mindestens für diese Route einplanen?

Fünf Tage sind ideal, um Gjirokastra, das Blue Eye, Sarandë, Butrint und Ksamil entspannt zu erleben. Wer zusätzlich die Riviera bis Himara erkunden möchte, sollte einen sechsten Tag einplanen.

Ist die Route auch ohne Mietwagen machbar?

Ja, mit Furgons und gelegentlichen Taxifahrten ist die Strecke gut machbar, erfordert aber mehr Zeit und Flexibilität. Ein Mietwagen bleibt jedoch die bequemste Option für abgelegene Ziele wie das Blue Eye.

Wann ist die beste Reisezeit für den tiefen Süden Albaniens?

Mai, Juni und September bieten angenehme Temperaturen ohne die Hitze und den Trubel der Hochsaison im Juli und August. Auch der Herbst bis Oktober ist noch mild und angenehm für Erkundungen.

Ist das Baden im Blue Eye erlaubt?

Direktes Baden in der Quelle selbst ist wegen der Kälte und starken Strömung nicht empfehlenswert und an manchen Stellen untersagt. Etwas weiter unterhalb im Fluss finden sich jedoch sichere Badestellen.

Wie viel Zeit sollte ich für Butrint einplanen?

Rechne mit mindestens zwei bis drei Stunden, um die archäologische Stätte und den angrenzenden Nationalpark in Ruhe zu erkunden, besonders wenn du auch fotografieren möchtest.

Sind Ksamil und Sarandë im Sommer stark überfüllt?

Im Juli und August können beide Orte, besonders die Strände von Ksamil, sehr voll sein. Für ein entspannteres Erlebnis empfehlen sich die Monate Mai, Juni oder September.

Plan your Albania adventure

Diese Fünf-Tage-Route zeigt dir, wie vielschichtig Albaniens tiefer Süden wirklich ist. Von den osmanischen Steinhäusern Gjirokastras über das unwirkliche Blau der Wasserquelle bis zu den antiken Ruinen von Butrint und den karibisch anmutenden Buchten von Ksamil erlebst du auf kleinstem Raum eine erstaunliche Vielfalt an Landschaften und Kulturen.

Nimm dir die Zeit, die Route in deinem eigenen Tempo zu erleben, und lass dich von den unerwarteten Momenten überraschen, die abseits der geplanten Stopps entstehen. Genau diese Begegnungen mit freundlichen Einheimischen, unerwarteten Aussichten und ruhigen Buchten machen den tiefen Süden Albaniens zu einem der lohnendsten Reiseziele im Mittelmeerraum.

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